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Sagt adieu zum Beamtendeutsch

Wer kennt sie nicht, sperrige Begriffe wir „Rückantwort“, leere Floskeln wie „Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen“ oder umständliche Formulierungen wie „kann möglich sein“. Es hat sie gefühlt immer schon gegeben (ja, vermutlich seit der Kaiserzeit) und daher geben sie uns Sicherheit. Doch die ist trügerisch, denn derartige Formulierungen machen Texte schwerfällig und lassen sie „beamtisch“ klingen.


Dabei braucht auch die Arbeitswelt lesefreundliche Texte. Mehr noch, sie sind in dieser Domäne unabdingbar. Denn letztlich sollen Texte verstanden werden und Beziehung aufbauen. Wie also könnt Ihr Euch vom Beamtendeutsch verabschieden?

 

Ein Hoch aufs Freewriting

Ich habe es bereits mehrfach in meinem Blog erwähnt (etwa hier): Beim Schreiben mit der Hand und in Freewriting-Haltung kommt ihr zu flüssigeren, lebendigeren Texten. Und das ist Gold wert. Denn es ist um ein Vielfaches schwieriger, einen Text, der vor Beamtendeutsch nur so strotzt, aufzupeppen, als einem bereits lesefreundlichen Rohtext den letzten Schliff zu geben.

 

Ich lege Euch daher das Schreiben in Freewriting-Haltung sehr ans Herz. Seid also gnädig mit Euch und erwartet keinen perfekten ersten Entwurf – das hemmt das lebendige Scheiben und bewirkt das Gegenteil: Man rettet sich in alteingesessene Formulierungen. Vertraut darauf, dass Ihr aus einem Rohtext, der in Freewriting-Haltung entstanden ist, schneller zu einem in Tonalität und Wortwahl passenden Text kommt.

 

Überarbeiten, aber richtig

Das bringt mich zum nächsten Punkt. Beim Überarbeiten habt Ihr die einmalige Gelegenheit, euch von sperrigen Begriffen, leeren Floskeln und umständlichen Formulierungen zu verabschieden. Plant daher reichlich Zeit dafür ein und macht mehrere Überarbeitungsdurchgänge.

 

Wenn Ihr zu Beamtendeutsch tendiert, dann achtet besonders auf Passivsätze, Substantivierungen (als Hauptwort gebrauchte Wörter; enden oft auf -heit, -keit, -ung, -ismus…) und nichtssagende Eigenschaftswörter. Manchmal muss man dabei auch Sätze gänzlich umformulieren. Das ist ganz normal.

Wie Ihr das Überarbeiten genau angeht, habe ich hier beschrieben.

 

Einige Beispiele gefällig?

Abschließend zeige ich Euch an einigen Beispielen, wie man es besser machen kann:

Telefonanruf > Telefonat, Anruf

Rückantwort > Antwort

In der Hoffnung auf Rückantwort > Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Unsererseits meinen wir > Wir meinen

Kann möglich sein > ist möglich / kann sein

Um Anmeldung wird gebeten. > Bitte melden Sie sich an.

Wir dürfen Ihnen in Erinnerung rufen > Bitte denken Sie daran / Wir möchten sie daran erinnern

 

 

P.S.: „Beamtische“ Texte zeichnen sich oft durch Schachtelsätze aus. Wie ihr mit denen richtig umgeht, habe ich ebenfalls in einem Blog-Artikel beschrieben.


 

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